Besuch in Schiphol
Das Dialogforum als europaweites Vorzeigeprojekt für breite Partizipation und Konfliktmanagement
Nach dem erfolgreichen Besuch einer 13-köpfigen Delegation im Dialogforum Flughafen Wien im Jahr 2024 erfolgte im Mai 2026 die Einladung einer Delegation des Dialogforums nach Amsterdam.
Der Flughafen Schiphol verzeichnet die rund doppelte Zahl an Passagieren und Flugbewegungen. Die Herausforderungen im Umgang
mit Lärm- und Belastungsminimierung sind entsprechend groß.
An drei Tagen mit VertreterInnen des Flughafens, RepräsentantInnen von Behörden und Ministerium, der Flugsicherung sowie mit
stark belasteten AnrainerInnen und Bürgerinitiativen fand ein intensiver Informationsaustausch statt. Die Herausforderungen
im Umgang mit Lärm- und Belastungsminimierung sind entsprechend groß. In intensiven Gesprächen wurde deutlich, dass eine gemeinsame
Plattform zur Wahrung der Interessen der Flugverkehrswirtschaft und des hoch belasteten Umlands in Schiphol derzeit kaum realisierbar
scheint. In den vergangenen Jahren mussten erhebliche Vertrauensverluste hingenommen werden, die Kommunikation führt meist
über Gerichte und Behördenverfahren und der Weg zu einer engeren Kooperation aller Interessensgruppen erscheint aktuell kaum
möglich. Dennoch werden ernsthafte Anstrengungen unternommen, den Dialog zwischen allen Stakeholdern aufrechtzuerhalten und
lärmmindernde Maßnahmen einzuführen. Eine gemeinsame Basis von Daten und Fakten findet nicht statt, um ein geringes Maß an
Vertrauen aufzubauen. Einige innovative Versuche von Lärmminderungsmaßnahmen wurden mit großem Interesse diskutiert und die
Informationen wurden ausgetauscht.
Insgesamt wurde von den VertreterInnen vom Amsterdamer Flughafen Schiphol der dringende Appell an die Mitglieder des Dialogforums
verstärkt, die über viele Jahre hinweg professionelle und mit großer Expertise aufgebaute Diskussions- und Konfliktplattform
zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens in der Flughafenregion verantwortungsvoll fortzuführen.
Denn die Erfahrung dort zeigte, dass der Verlust einer bestehenden Vertrauensbasis in der Flughafenregion auch mit unverhältnismäßig
hohem zeitlichem und insbesondere finanziellem Einsatz schwer wiederherzustellen ist.
Entscheidend ist daher, den Mut und den Einsatzwillen aufzubringen, konfliktträchtige und emotional hoch aufgeladene Themen
freiwillig zu behandeln und konsequent am Interessenausgleich im Dialogforum weiterzuarbeiten. Die Erfahrung aus Schiphol
unterstreicht, wie wertvoll eine stabile Konfliktmanagementplattform, transparenter Informationsaustausch und eine anerkannte
gemeinsame Datenbasis sind - und wie wichtig es ist, diese Grundlagen nicht erst dann zu stärken, wenn sie bereits verloren
gegangen sind.

